Fair Rubber – wofür steht das Siegel?

1. Was ist Fair Rubber?

Fair Rubber setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen sowie soziale und ökologische Verbesserungen im Naturkautschuk-Anbau ein. Im Verein sind Unternehmen, die Kautschuk nutzen und zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für Verbesserungen im Kautschuk-Bereich engagieren. Unternehmen, die Naturkauschuk einkaufen und dafür die Fair Rubber Prämie zahlen, dürfen Produkte mit dem Fair Rubber Siegel auszeichnen, um zu zeigen, dass eine entsprechende Menge Kautschuk unter Fair Rubber-Bedingungen angebaut wurde. Das Siegel bezieht sich ausschließlich auf den Kautschuk-Anbau und zertifiziert keine anderen Materialien, Komponenten oder Produktionsstufen des Produkts. Die Fair Rubber Prämie kommt den Menschen zugute, die den Kautschuk zapfen und die Fair Rubber Standards erfüllen.

2. Warum wurde Fair Rubber gegründet?

Die Weltmarktpreise für Naturkautschuk sind sehr niedrig und die Arbeitsbedingungen für die Zapfer:innen oftmals schlecht. Zusätzlich hat der Anbau häufig negative Auswirkungen auf die Umwelt, etwa durch Pestizideinsatz. Aus diesem Grund haben engagierte Personen aus dem Umfeld des Fairen Handels Fair Rubber gegründet. Mit einem Anbau-Standard und einer Prämie will der Verein die Situation in den Anbaugebieten von Naturkautschuk verbessern.

3. Was ist der Unterschied zwischen Fairtrade und Fair Rubber?

Fairtrade ist ein sehr bekanntes und anerkanntes Siegel für Fairen Handel. Bei Fairtrade gibt es keine Standards für Naturkautschuk. Deshalb hat Fair Rubber – inspiriert von Fairtrade – einen Anbau-Standard und die Fair Rubber Prämie entwickelt.

4. Was bedeutet ‚Fair Rubber zertifiziert‘?

Plantagen und Gruppen von Kleinbäuer:innen erhalten die Fair Rubber Zertifizierung, wenn sie den Fair Rubber Standard erfüllen. Der Standard bezieht sich auf Arbeitsbedingungen, Umweltaspekte, Management und die Fair Rubber Prämie. Die Plantagen und Gruppen werden mindestens alle drei Jahre von einer unabhängigen Prüfstelle besucht und auf die Einhaltung des Fair Rubber Standards geprüft. Ein Überblick über die Zertifizierungsregeln enthält alle Details dazu, wie die Zertifizierung funktioniert.

5. Was steht im Fair Rubber Standard?

Der Fair Rubber Standard ist ein Anbau-Standard. Er muss von den Plantagen und den Kleinbäuer:innen-Gruppen, die zertifiziert werden wollen, erfüllt werden. Der Fair Rubber Standard enthält insgesamt 82 Kriterien zu Arbeitsbedingungen, Organisation, Umgang mit Umweltaspekten und zur Verwaltung der Fair Rubber Prämie.

6. Was ist die Fair Rubber Prämie?

Die Fair Rubber Prämie beträgt 0,50 € pro Kilo Trocken-Kautschuk. Sie wird von Unternehmen, die Naturkautschuk einkaufen, an den Fair Rubber Verein gezahlt. Fair Rubber leitet die Prämie an die Kleinbäuer:innen und Zapfer:innen weiter, die den Fair Rubber Standard erfüllen.

7. Wem kommt die Fair Rubber Prämie zugute?

Die Prämie bekommen die Menschen, die im Kautschuk-Anbau selbst Hand anlegen: Das sind Arbeiter:innen, die auf Plantagen Kautschuk zapfen und Kleinbäuer:innen, die Kautschuk anbauen. Plantagen und Kleinbäuer:innen erhalten die Fair Rubber Zertifizierung, wenn sie den Fair Rubber Standard in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Organisation, Umgang mit Umweltaspekten und Verwaltung der Fair Rubber Prämie erfüllen. Sie entscheiden selbst – nach demokratischen Prinzipien – wofür sie die Prämiengelder einsetzen.

8. Wie wird über die Prämienverwendung entschieden?

Kleinbäuer:innen und Zapfer:innen entscheiden selbst über die Verwendung der Fair Rubber Prämie. Voraussetzung ist, dass die Kleinbäuer:innen sich zu Gruppen zusammenschließen und Arbeiter:innen von Plantagen mit dem Management einen sogenannten Joint Body bilden. So entscheiden sie gemeinschaftlich, wie die Prämie zur Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen eingesetzt werden soll.

9. Was bedeutet das Fair Rubber Siegel?

Das Fair Rubber Siegel weist darauf hin, dass für Naturkautschuk – den im Produkt verwendeten Rohstoff – eine Fair Rubber Prämie gezahlt wurde. Diese Prämie kommt Kleinbäuer:innen und Zapfer:innen zugute, die nach demokratischen Grundsätzen darüber entscheiden, wie sie die Prämie zur Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen einsetzen. Da zertifizierter und nicht zertifizierter Kautschuk bei der Verarbeitung in der Regel vermischt werden, lässt sich nicht garantieren, dass der in einem einzelnen Produkt enthaltene Kautschuk aus zertifizierten Quellen stammt. Stattdessen zahlen Unternehmen die Fair Rubber Prämie für eine Kautschukmenge, die dem Verbrauch des Unternehmens für seine mit dem Fair Rubber Siegel gekennzeichneten Produkte entspricht. Dieses System wird als „Mengenausgleich“ bezeichnet.

Because certified and non-certified rubber are usually mixed during processing, it is not possible to guarantee that the specific rubber in an individual product comes from certified sources. Instead, the Fair Rubber Premium is paid for a quantity of rubber equivalent to the company‘s use for their Fair Rubber labelled products. This system is called “mass balance.”

10. Warum verwendet Fair Rubber Mengenausgleich?

Durch die Nutzung von Mengenausgleich ist es auch für Unternehmen, die nur kleine Mengen Kautschuk beziehen oder verarbeiten, möglich, mit Fair Rubber zu arbeiten und Kleinbäuer:innen und Zapfer:innen im Rahmen ihres Kautschuk-Bezugs zu unterstützen. Außerdem ist das System sehr schlank und kommt mit einem sehr kleinen Verwaltungsaufwand aus. So können viele Kleinbäuer:innen und Zapfer:innen auch kleiner Plantagen von Fair Rubber profitieren.