Die Fair Rubber Prämie wirkt: Tausende Zapfer:innen in Indonesien profitieren

In Indonesien wird ein Großteil des Naturkautschuks auf sehr kleinen Landflächen angebaut. Die Besitzer:innen sind, ebenso wie andere Zapfer:innen, häufig auf weitere Jobs angewiesen, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu sichern. Unser Lieferpartner Yayasan Adil Makmur in Indonesien vereint 4.429 aktive Kautschukzapfer:innen in der Region Lebak (Banten), etwa 2–3 Autostunden von Jakarta entfernt. Insgesamt bewirtschaften sie 3.069 Hektar Land. Als Gruppe haben sie besseren Zugang zu Ressourcen und profitieren beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit Fair Rubber.

Der von ihnen gewonnene Naturkautschuk wird hauptsächlich in Fahrradreifen der Marke Schwalbe verwendet. Als Partner von Fair Rubber erhält die Gruppe dafür eine Fair Trade Prämie in Höhe von 50 Cent je verkauftem Kilo Trockenkautschuk. Die Prämie wird direkt an die Gruppe ausbezahlt und ihre Mitglieder entscheiden selbst, wofür sie sie verwenden.

Prämie versorgt Menschen mit dem Lebensnotwendigsten

Bei Adil Makmur fließt der größte Anteil der Prämie in eine quartalsweise Auszahlung an die Mitglieder. Obwohl im vergangenen Jahr die Erntemengen wegen starker Regenfälle geringer ausfielen als geplant ist die Gruppe mit dem Ergebnis zufrieden. Für viele Mitglieder waren die Beiträge sehr wichtig, um ihre eigene Versorgung mit Nahrungsmitteln und lebensnotwendigen Alltagsgegenständen zu verbessern.

Mit einem weiteren Anteil der Fair Rubber Prämie wird die Stiftungsarbeit von Adil Makmur finanziert. Darunter fallen etwa die Beratung der Mitglieder, die Organisation der Mitgliederversammlung, die Verwaltung der Prämiengelder und im vorigen Jahr der Aufbau eines internen Managementsystems. Ohne eine gut strukturierte und effiziente Stiftungsarbeit wäre es nicht möglich, die Einhaltung der Fair Rubber-Kriterien auf den unterschiedlichen Pflanzungen der Mitglieder der Gruppe sicherzustellen. Durch die Beratung lernen die Zapfer:innen neue Optionen für Düngung und Ernte kennen, die zu höheren Erträgen und verbessertem Umweltschutz beitragen können.

Agroforst statt Monokultur: ein neuer Wald entsteht

Außerdem hatte die Gruppe sich für das Jahr 2025 zwei ambitionierte Ziele gesetzt und diese auch erreicht: Zum einen wurden 8 % der Prämie in Aufforstung und Neubepflanzung investiert. So konnten 13 Hektar Land neu als Agroforst bepflanzt werden. Im Gegensatz zu Monokulturen bietet diese Form des Anbaus mehr Lebensraum für Artenvielfalt. Zwar ist die Kautschukernte in Mischkulturen zeitaufwändiger, da die Bäume weiter auseinander stehen. Die ertraglosen Jahre junger Kautschukbäume können aber durch die Ernte, zum Beispiel von Bananen, Ananas oder Pfeffer, abgefangen werden.

Mit der zweiten erreichten Zielmarke erhielten die Mitglieder persönliche Schutzausrüstung. Mit einem vergleichsweise kleinen Betrag von umgerechnet etwa 3.100 € wurden 500 Zapfer:innen ausgestattet. Sie erhielten außerdem neues Arbeitsmaterial und Zubehör, wie die speziell gebogenen Messer zum Anzapfen der Bäume und Schüsseln, – Ausrüstung, die ihre Arbeit spürbar erleichtert.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung wurden die Gegenstände feierlich überreicht. Die Akzeptanz der Arbeit der Gruppe wurde dadurch erhöht und Schwalbe und Fair Rubber wurden bei den Mitgliedern sehr sichtbar. Für die Zusammenarbeit und den Kontakt zwischen den Partnern ist dies entscheidend. Denn nur so hat die Beratung und das Monitoring der Zapfer:innengruppe durch Fair Rubber messbaren Erfolg.

Soziale Programme stärken die lokale Gemeinschaft

Wichtig für die Menschen vor Ort sind auch Investitionen in die lokale Gemeinschaft. Sie verteilen sich auf vier Programme mit Fokus auf sauberes Wasser, Straßenbau, Gebetsräume und Bildung.

„Die Verwendung der Prämien bei Adil Makmur spiegelt den so breiten Impact und die Reife des gemeinsamen Projektes wider,“ freut sich Jens Timmerbeil von Schwalbe. „Es ist sehr interessant, mit welch teilweise geringem Hebel (am Beispiel der Schutzkleidung und Werkzeuge) solch breite Community-Wirkungen erzielt werden.“ Er ergänzt: „Klasse, dass die Gruppe auch das Aufforstungsziel erreicht hat!“

Für die Gesundheit, Sicherheit und Lebensqualität der Zapfer:innen in Indonesien sind diese Beiträge von enormer Bedeutung und machen einen großen Unterschied im teils so schwierigen Alltag der Menschen.